Stadt Bad Schussenried

Seitenbereiche

nach oben

UNESCO

UNESCO Welterbe "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen"

Die serielle Welterbestätte Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen umfasst 111 von rund 900 bekannten Pfahlbaustationen in den sechs beteiligten Alpenländern Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien, Deutschland und Slowenien. Prähistorische Pfahlbauten gehören zu den wichtigsten archäologischen Quellen der frühen Menschheitsgeschichte zwischen 5.000 und 500 vor Christus. In Deutschland stehen 18 Fundstellen unter dem Schutz von UNESCO. Darunter eines in Olzreute-Enzisholz bei Bad Schussenried.

Erste Funde

Die  ersten Funde aus Olzreute-Enzisholz wurden im Zuge des Torfabbaus in den 1940er Jahren bekannt. 1982 erfolgten seitens des Landesdenkmalamtes Nachforschungen, ab 2004 und zuletzt 2010 wurden Bohrungen und kleinflächige Grabungen zur Erkundung durchgeführt. Vier Scheibenräder zeigen verschiedenen Herstellungstechniken auf und sind damit wichtige Zeugen für die Entwicklungsgeschichte von Fahrzeugen.

Modellrad Fund 2010
Modellrad
Die beiden neu gefundenen Modellräder ( Dm. 7cm und 9 cm) mit rundem und rechteckigem Achsloch imitieren große hölzerne Scheibenräder von Transportfahrzeugen. Landesamt für Denkmalpflege BW / Wolfgang Hohl
Funde Modellraeder 2015

Weitere Miniaturräder aus der Jungsteinzeit gefunden

Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg hatten bereits 2009 im Olzreuter Ried mehrere, aus Ahorn- und Eschenholz gefertigte, große Scheibenräder aus der Zeit um 2900 vor Christus gefunden. Neben diesen Radscheiben mit rechteckigem Achsloch fand sich auch ein kleines Modellrad, das ein rundes Achsloch zeigte. Die Funde sorgten für Aufsehen, weil sie einer kleinen Gruppe weltweit ältester Räder zuzurechnen sind, in hervorragendem Erhaltungszustand gefunden wurden und wichtige Informationen zur Technikgeschichte geben. Nun wurden bei weiteren archäologischen Untersuchungen erneut zwei Modellräder freigelegt, die einen Durchmesser von 7,4 und 9,5 Zentimetern haben.

Eines zeigt ein rechteckiges Achsloch und stellt damit eindeutig eine Imitation der großen Scheibenräder dar. Der zweite Neufund hat indessen wiederum ein rundes Achsloch. „Somit bestätigt sich, dass bereits zu Beginn des 3. Jahrtausends vor Christus zwei grundlegend verschiedene Konstruktionsprinzipien des Wagenbaues im nördlichen Alpenvorland bekannt waren“, sagte Regierungspräsident Johannes Schmalzl, Chef der höheren Denkmalschutzbehörde. Räder, die sich mit rundem Loch auf einer feststehenden Achse drehten, hatten eine Verbreitung von den frühen Hochkulturen des  Orients bis nach Nordeuropa, während Räder mit eckigem Achsloch, die fest auf einer rotierenden Achse saßen, mehrfach in den Pfahlbausiedlungen um die Alpen nachgewiesen sind und später vor allem in Westeuropa weiterentwickelt wurden. In den Steinzeitsiedlungen von Olzreute begegneten sich offenbar beide Erfindungen. Die Faszination am neuen Fortbewegungsmittel muss groß gewesen sein, wie die perfekte Konstruktion der Großräder und ihre minutiöse Imitation in Form der Kleinräder zeigt. Wozu die kleinen Modellräder dienten ist noch nicht klar, doch kommt eine Verwendung als Kinderspielzeug, als technisches Demonstrationsobjekt oder als ritueller Gegenstand in Frage.

Die Neufunde werden in den Werkstätten des Landesamtes für Denkmalpflege in Esslingen mit modernsten Methoden der Feuchtholzkonservierung restauriert und 2016 auf der Großen Landesausstellung Baden-Württemberg "4000 Jahre Pfahlbauten" in Bad Schussenried und Bad Bad Buchau gezeigt. Der Ausgrabungsleiter Dr. Helmut Schlichtherle resümierte bei ersten Filmaufnahmen im Zuge der neuerlichen Entdeckungen: „Insgesamt sechs steinzeitliche Radfunde aus einem Fundort, zudem zwei verschiedenen technischen Systemen zugehörig, das ist schon einmalig.“

UNESCO - Broschüre

Hintergrundinformation

Keine andere Region in Europa hat bisher so viele Funde zum frühen Verkehrswesen geliefert, wie das Federseegebiet: neben den Funden aus Olzreute-Enzisholz stammen aus dem Federseeried Teile von acht weiteren großen Scheibenrädern der Jungsteinzeit. Zudem liegt ein bronzezeitliches Rad aus der "Wasserburg Buchau" vor, wo außerdem Wagenachsen geborgen wurden. Eine weitere Achse wurde 2015 im Zuge von Rettungsgrabungen in Oggelshausen entdeckt; es handelt sich hier um die Rohform einer bronzezeitlichen Wagenachse.
Die hervorragenden Konservierungsbedingungen im Moor haben hier also ein ganzes Arsenal des frühen Transportwesens über Jahrtausende erhalten, zu dem auch mehrere Bohlenwege gehören. Für das Fahren mit Wagen im Moor wird eine feste Unterlage benötigt. Die Bohlenwege im Federseegebiet sind somit die ältesten Straßen im Lande. Die Wasserwege wurde mit Einbäumen erschlossen. Bisher sind aus dem Federseegebiet 56 Einbäume bekannt geworden.

Stadt Bad Schussenried Wilhelm-Schussen-Straße 36 88427 Bad Schussenried Telefon: +49 (0) 7583 9401-0 Telefax: +49 (0) 7583 9401-112 E-Mail schreiben
Tourist-Information Bad Schussenried Wilhelm-Schussen-Straße 36 88427 Bad Schussenried Telefon: +49 (0) 7583 9401-171 Telefax: +49 (0) 7583 4747 E-Mail schreiben
Öffnungszeiten Tourist-Information
Öffnungszeiten
Tourist-Information
Montag
08:00 Uhr bis 12:30 Uhr
Dienstag bis Donnerstag
08:00 Uhr bis 12:30 Uhr
14:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Freitag
08:00 Uhr bis 12:30 Uhr
Öffnungszeiten Bürgerbüro
Öffnungszeiten
Bürgerbüro
Montag
08:00 Uhr bis 12:30 Uhr
14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Dienstag bis Donnerstag
08:00 Uhr bis 12.30 Uhr
14:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Freitag
08:00 Uhr bis 12.30 Uhr
Öffnungszeiten Allgemeine Verwaltung
Öffnungszeiten
Allgemeine Verwaltung
Montag bis Freitag
08:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Montag
14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Donnerstag
14:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Multi Channel Konzept
Bad Schussenried gibt es jetzt auf allen Größen. Mit dem Multi Channel Konzept können Sie unsere Internetseite auf Ihrem Tablet und Ihrem Smartphone genießen.
English
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.