Erste urkundliche Erwähnung
Zum ersten Mal wurde "Shuozenried" im Jahre 1153 urkundlich erwähnt. Es fanden sich jedoch etliche Hinweise auf eine noch frühere Besiedlung. 1866 fand man den altsteinzeitlichen Lagerplatz von Jägern und Sammlern. Es waren dies die ersten altsteinzeitlichen Funde in Mitteleuropa. Bei Aichbühl, etwa 1,5 km nördlich der Schussenquelle, wurden Ende des 19. Jahrhunderts im Moor des Federseerieds bei Ausgrabungen jungsteinzeitliche Pfahl- und Moordörfer entdeckt. 700 Jahr n. Chr. war "Suzzenried" ein Pfarrdorf.

Räder aus der Jungsteinzeit um 2900 v.Chr.
Bei archäologischen Untersuchungen in einem verlandeten See im Enzisholz bei Olzreute fanden sich vier große, hölzerne Räder mit rechteckigem Achsloch und das Fragment einer Achse. Im Einzelnen handelt es sich um ein großes, schweres Scheibenrad von 58 cm Durchmessern, dessen Segmente mit drei Einschubleisten zusammengefügt sind und um Bruchstücke von drei weiteren, zierlicher gebauten, mit jeweils zwei Einschubleisten versehenen Rädern mit einem Durchmesser von ca. 55 cm. Die Radscheiben sind aus Ahornholz, die schwalbenschswanzförmigen Einschubleisten aus Esche gefertigt. Die feineren Räder zeigen technische Besonderheiten: Ihre Oberflächen sind durch sorgfältiges Wenden im Feuer imprägniert und die Achslöcher wurden durch konvex ausbiegende Wandungen in eine spezielle Form gebracht, die eine technische Optimierung darstellt. Die im Olzreuter Ried gefundenen Räder gehören zu den weltweit ältesten Radfunden. Die Räder saßen fest auf einer unter dem Wagenkörper rotierenden Achse. Das gefundene Achsfragment zeigt deutliche Abriebspuren der Rotationsbewegung. Vermutlich handelte es sich um zweirädrige Dreieckswagen, die - wie Felsbilder in den Alpen zeigen - von Rindern gezogen wurden.
Aufgrund dendrochronologischer Untersuchungen kann der Fundhorizont auf 2900 - 2897 v.Chr. datiert werden. Im selben Siedlungszusammenhang fand sich in Olzreute auch ein kleines Modellrad, ebenfalls aus Ahornholz. Mit seinem runden Achsloch gehört es zu einem Wagentyp mit feststehenden Achsen und rotierenden Rädern, der vom Vorderen Orient bis nach Nordeuropa bekannt ist. Hier wird erstmals deutlich, dass zu Beginn des 3. Jahrtausends v.Chr. bereits beide Konstruktionsprinzipien des Wagens in der Zone nördlich der Alpen bekannt waren.
Prämonstratenserkloster
Im Jahre 1183 erfolgte die Gründung des Prämonstratenserklosters durch die Ortsherren Konrad und Beringer.
Die Abtei erhielt viele Privilegien, so zum Beispiel im Jahre 1521 die Hohe Gerichtsbarkeit (Blutbann).
So dass die Äbte neben dem Krummstab auch das Schwert im Wappen führten.
Bis zur Säkularisation 1803 lenkten die Chorherren die Geschicke der Klostergemeinde.
Bad Schussenried wird württembergisch
Am 25.02.1803 wird die Reichsabtei säkularisiert und an den Grafen von Sternberg- Manderscheid übergegeben. Nur 3 Jahre später wird Schussenried württembergisch. Die gräfliche Standesherrschaft entschließt sich 1835 das Klostergebäude and das Königreich Württemberg zu veräußern, welches 1837 ein Hüttenwerk (heute Wilhelmsmühle der SHW Wasseralfingen GmbH) errichtete. Im Anschluss erfolgte 1845 die Errichtung des Psychiatrischen Landeskrankenhauses im Neuen Kloster (Heute Zentrum für Psychiatrie)
Titel "Bad"
Im Jahre 1947 wurde Bad Schussenried zur Stadt erhoben, seit 1966 darf sie fortan den Titel "Bad" führen.
Das Wahrzeichen der Stadt ist das Törle, das den ehemaligen Haupteingang zum Kloster bildet.
Fotogalerie
Interessante Bilder von Bad Schussenried und den Sehenswürdigkeiten finden Sie in unserer Fotogalerie.
"Weiter zur Fotogalerie"